Elbdiven ziehen Alstertal mit Tempo den Zahn

Der Lauenburger SV gewinnt beim SC Alstertal-Langenhorn souverän mit 39:27 (21:12). Eine nahezu perfekte erste Halbzeit legt den Grundstein – nach der Pause schleicht sich etwas Hektik ein, doch der Sieg gerät nie in Gefahr.

Hamburg. Wer die Elbdiven am Freitagabend in Alstertal laufen lassen wollte, musste schnelle Beine mitbringen – und genau daran scheiterten die Gastgeberinnen. Vor 56 Zuschauern zeigten die Handballerinnen des Lauenburger SV vor allem in den ersten 30 Minuten eine Vorstellung, die kaum Wünsche offenließ: eine minimale Fehlerquote, eiskalte Abschlüsse und ein Tempospiel, für das der SC Alstertal-Langenhorn zu keinem Zeitpunkt ein Gegenmittel fand.

Blitzstart und ein kurzer Wackler

Die Elbdiven waren sofort hellwach. Cassandra Nanfack, Lena Bahde und Joelle Gümüsdere stellten nach nicht einmal drei Minuten auf 3:0 für die Gäste. Alstertal antwortete zwar prompt: Lena Lazovic, Sarah König und Enya Glaesner glichen bis zur sechsten Minute zum 3:3 aus. Doch dieser kurze Wackler blieb die Ausnahme. Nanfack verwandelte zwei Siebenmeter in Folge sicher, und von da an diktierten die Lauenburgerinnen das Geschehen.

Tempo, das Alstertal nicht unterbinden kann

Was folgte, war Handball, wie ihn sich jede Trainerin und jeder Trainer wünscht. Die Elbdiven gewannen in der Abwehr die Bälle, schalteten blitzschnell um und kamen über die erste und zweite Welle immer wieder zu einfachen Toren. Alstertal bekam den Rückzug schlicht nicht organisiert. Über 4:7 (10.) und 5:9 (12.) setzte sich der LSV ab, auch die Auszeit der Gastgeberinnen in der 14. Minute verpuffte: Bahde und Joelle Gümüsdere erhöhten postwendend auf 5:11.

Bemerkenswert war dabei die Effizienz. Kaum ein technischer Fehler, kaum ein vergebener Wurf – fast jeder Angriff der Elbdiven endete im gegnerischen Netz. Beim 7:14 (21.) war die Partie bereits weitgehend entschieden. Dass Talia Gümüsdere elf Sekunden vor der Pause noch zum 21:12 traf, passte ins Bild einer Halbzeit, in der beim Lauenburger SV nahezu alles gelang.

Nach der Pause mit weniger Konsequenz

Zunächst ging es im gleichen Stil weiter. Nanfack per Siebenmeter und Sina Baumgarten schraubten den Vorsprung bis zur 39. Minute auf 26:15 – elf Tore. Doch danach ließ die Konsequenz spürbar nach. Im Abschluss agierten die Elbdiven nicht mehr ganz so zielstrebig wie zuvor, und auch in der Abwehr fehlte zunehmend der Zugriff auf die Alstertaler Rückraumspielerinnen.

Die Gastgeberinnen nutzten das: Zwischen der 43. und 48. Minute verkürzten König, Lazovic und Glaesner per Siebenmeter von 16:28 auf 20:29. Immer wieder kam nun Hektik ins Lauenburger Spiel, Würfe wurden überhastet genommen, Rückwege nicht mehr so konsequent angetreten. Die LSV-Bank reagierte mit einer Auszeit – und die zeigte Wirkung. Bahde stellte den alten Abstand wieder her, und mit einem Zwischenspurt von 23:32 auf 23:35 (55.) durch Anna Beckmann, Joelle Gümüsdere und Bahde machten die Elbdiven endgültig alles klar.

Am Ende war es Beckmann, die mit der Schlusssirene den 39:27-Endstand markierte. Für sie war es der fünfte Treffer – alle nach dem Seitenwechsel. Auch die zweite Hälfte ging mit 18:15 an die Gäste. Trotz der unruhigeren Phasen hatten die Elbdiven die Partie zu jedem Zeitpunkt im Griff, der Sieg ist hochverdient.

Breit verteilte Last

Zehn verschiedene Torschützinnen unterstreichen die Geschlossenheit der Lauenburger Mannschaft. Beste Werferin war Cassandra Nanfack mit sieben Toren, darunter vier verwandelte Siebenmeter ohne Fehlwurf. Lena Bahde steuerte sechs Treffer bei, Anna Beckmann, Talia Gümüsdere und Joelle Gümüsdere jeweils fünf. Auf Alstertaler Seite war Sarah König mit sechs Toren die auffälligste Spielerin.

Trainer Schwarz: „Ansonsten bin ich zufrieden“

LSV-Trainer Daniel Schwarz zog ein differenziertes Fazit: „Die Anzahl Gegentore und fehlende Konsequenz im Abschluss in der zweiten Halbzeit ärgern mich ein bisschen, aber ansonsten bin ich zufrieden mit dem Spiel der Mannschaft.“


Statistik

SC Alstertal-Langenhorn – Lauenburger SV 27:39 (12:21)

Lauenburger SV: Nanfack 7/4, Bahde 6, Beckmann 5, T. Gümüsdere 5, J. Gümüsdere 5, Reimers 4, Rott 2, Borchers 2, Baumgarten 2, M. J. Gümüsdere 1; außerdem Gansor-Kaatz, Krajewski, Epp, Stapelfeldt.

SC Alstertal-Langenhorn: König 6, Lazovic 5, Hildebrand 4/1, Krüger 4, Glaesner 4/2, Freudenthal 2, Kulle 1, Wulff 1; außerdem Majewski, Gerth, Hahne, Lange.

Spielfilm: 0:3 (3.), 3:3 (6.), 5:9 (12.), 7:14 (21.), 12:21 (Halbzeit), 15:26 (39.), 20:29 (48.), 23:35 (55.), 27:39 (60.)
Siebenmeter: Alstertal 3/3 – Lauenburg 4/4
Zeitstrafen: Alstertal 2 (Freudenthal, Lazovic) – Lauenburg 1 (T. Gümüsdere)
Schiedsrichter: Oliver Zabel (TSV Hohenhorst) / Björn-Oliver Gierke (ATSV Stockelsdorf)
Zuschauer: 56