Nicht nur die mitgereisten Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, als es nach knapp 14 Minuten 2:6 aus Lauenburger Sicht stand. Auch Trainer Daniel Schwarz war sich sicher, andere Anweisungen vorm Spiel gegeben zu haben, als das, was seine Damen dort ablieferten.
Dementsprechend deutlich fielen auch die Worte in der Auszeit aus. Die Damen aus Hamburg dagegen konnten zufrieden sein. Sie nutzten die Lücken in der Elbdiven Abwehr konsequent und spielten einen schnellen Ball, bis jemand frei war, um den Ball dann schnörkellos zu versenken.
Die Elbdiven dagegen taten sich schwer. Zu langsames Verschieben ermöglichte ihnen keine Ballgewinne und somit verpuffte das Tempospiel in der 1. Welle. Im Positionsangriff spielte man zu wenig zusammen, und kam man doch einmal durch, scheiterten die Lauenburgerinnen an der gegnerischen Torhüterin. Die Auszeit hatte nicht die erhoffte Wirkung. Schleppend ging das Spiel für die Elbdiven voran, Hamburg legte immer 5–6 Tore vor.
Zur Halbzeit stand ein 14:8-Rückstand an der Anzeige. In der Kabine appellierte Trainer Daniel Schwarz an das Zusammenspiel und die Konzentration beim Torabschluss. 6 Tore sind im Handball nichts, aber dafür muss das Team sich jetzt an sein Können erinnern und mit Leidenschaft in der Abwehr stehen.
Schnell fiel aber das 15:8, der erste 7-Tore-Rückstand. Aber die Elbdiven gaben nicht auf. Die Abwehr stand nun etwas besser und konnte Ballgewinne generieren, dafür lief es im Torabschluss noch nicht ganz rund. Beim 16:12 in der 37. Minute keimte Hoffnung auf, aber 2 Minuten später waren es wieder 6 Tore Rückstand.
Aufgeben war aber keine Option, und so arbeiteten die Elbdiven weiter in der Abwehr und drängten den AMTV immer wieder ins Zeitspiel oder zu unvorbereiteten Würfen. Auch Lena Gansor-Kaatz im Tor fand immer mehr ins Spiel und konnte einige wichtige Würfe entschärfen. Als Sabrina Reimers in der 42. Minute zum 19:15 traf, hatte Hamburg Redebedarf und Lauenburg war wieder in Schlagdistanz.
Nach dem 20:17 kamen die Elbdiven ins Rollen. Hinten erarbeiteten sie sich Ballgewinne die meist in schnellen Kontern verwandelt wurden. Beim 20:20 in der 51. Minute gelang das erste Mal der Ausgleich in diesem Spiel und Luisa Rott war es vorbehalten, zur ersten und vielumjubelten Führung zu treffen. Dem AMTV gelang in der 59. Minute noch einmal der Anschluss, aber Cassy Nanfack versenkte nervenstark den 7-Meter zur 21:23 Vorentscheidung. Der letzte Treffer ging mit dem Schlusspfiff und unter dem Jubel der Elbdiven fast unter.
Eine unglaubliche Energieleistung, die das Team in der 2. Halbzeit abgerufen hat. Sie haben sich nie aufgegeben und immer aneinander geglaubt: das ist Teamsport
